Ein guter Klimmzug-Trainingsplan hat drei Bausteine: eine Übungsauswahl, die zu deinem Level passt, genug Pause und eine klare Regel für die nächste Steigerung. Wer ohne Plan jeden Tag bis zum Versagen hängt, tritt schnell auf der Stelle. Dieser Ratgeber liefert dir drei Pläne als Tabellen, jeweils für Einsteiger, Mittelstufe und Fortgeschrittene, dazu Hinweise zu Regeneration und Zusatzgewicht.
Alle Pläne setzen eine Stange voraus, die sicher sitzt. Welche zu dir passt, zeigt der Vergleich der Klimmzugstangen. Wenn du den ersten Klimmzug erst noch lernst, starte mit dem Ratgeber Klimmzüge lernen und kehre danach hierher zurück.
Welcher Plan passt zu deinem Level?
Zähle deine sauberen Klimmzüge am Stück. Sauber heißt: Start aus dem gestreckten Hang, Kinn über der Stange, kontrolliert wieder ab, ohne Schwung. Die Einteilung unten stammt von uns und ist keine wissenschaftliche Norm.
| Level | Saubere Klimmzüge am Stück | Einheiten pro Woche | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Einsteiger | 0 bis 3 | 3 | Negative, Band, Rudern, Hängen |
| Mittelstufe | 4 bis 9 | 3 | Wiederholungen und Griffvarianten |
| Fortgeschritten | ab 10 | 4 | Zusatzgewicht und schwere Varianten |
Wie oft und wie lange solltest du trainieren?
Für die Häufigkeit gibt es eine gute Grundlage. Der Positionsstand des American College of Sports Medicine nennt für Einsteiger zwei bis drei Ganzkörper-Einheiten pro Woche. Für Fortgeschrittene sind drei bis vier Einheiten üblich, bei Geübten auch mehr, oft mit Aufteilung nach Muskelgruppen. Eine Meta-Analyse von Schoenfeld und Kollegen wertete zehn Studien aus. Sie fand, dass ein Muskel zwei Mal pro Woche trainiert mehr Muskelwachstum bringt als ein Mal pro Woche (Effektstärke 0,49 gegenüber 0,30). Ob drei Mal besser ist als zwei Mal, ließ sich daraus nicht ableiten.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen Krafttraining der großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Mit zwei bis vier Klimmzug-Einheiten liegst du also im üblichen Rahmen.
Bei den Pausen nennt der ACSM für schwere Hauptübungen zwei bis drei Minuten, für unterstützende Übungen ein bis zwei Minuten. Klimmzüge zählen zu den schweren Hauptübungen. Plane deshalb zwischen den Sätzen zwei bis drei Minuten ein.
Passende Ausrüstung
Für die ersten Wochen reichen Stange und Band. Später kommt Zusatzgewicht dazu, entweder mit einer Weste oder mit einem Gürtel.

Sportneer Gewichtsweste 0,9–19 kg
- 0,9–19 kg einstellbar
- Maschinenwaschbar ohne Gewichte
- Doppelverriegelung, Reflektorstreifen

Fitgriff Dip-Gürtel mit Kette
- Breiter Neopren-Rückenteil
- Kette 96 cm, 2 Karabiner
- Gebrauchsanleitung im Lieferumfang
Trainingsplan für Einsteiger
Du schaffst noch null bis drei freie Klimmzüge. Dann trainierst du drei Mal pro Woche, zum Beispiel montags, mittwochs und freitags. Jede Einheit besteht aus vier Übungen. Die Tabelle zeigt Sätze × Wiederholungen. Nach vier Wochen wiederholst du die Woche 4 oder startest mit höherer Bandstufe neu.
| Übung | Woche 1 | Woche 2 | Woche 3 | Woche 4 |
|---|---|---|---|---|
| Negative Klimmzüge (4 bis 5 Sekunden ab) | 3 × 3 | 3 × 4 | 4 × 4 | 4 × 5 |
| Klimmzüge mit Band | 3 × 5 | 3 × 6 | 3 × 7 | 3 × 8 |
| Australische Klimmzüge (Rudern) | 3 × 8 | 3 × 9 | 3 × 10 | 3 × 12 |
| Dead Hang (Sekunden) | 3 × 20 | 3 × 25 | 3 × 30 | 3 × 35 |
Wie du das Band einsetzt und später abbaust, steht im Ratgeber Klimmzüge mit Band. Die Abwärtsbewegung erklärt der Ratgeber Negative Klimmzüge.
Trainingsplan für die Mittelstufe
Du schaffst vier bis neun saubere Klimmzüge. Jetzt geht es um Wiederholungen, Griffvarianten und Kontrolle. Drei Einheiten pro Woche genügen, mit mindestens einem Ruhetag dazwischen.
| Einheit | Übung | Sätze × Wiederholungen | Pause |
|---|---|---|---|
| A: Volumen | Klimmzüge, Obergriff | 5 × (Maximum minus 2) | 2 bis 3 Min. |
| Australische Klimmzüge | 3 × 10 bis 12 | 1 bis 2 Min. | |
| B: Griffvariante | Klimmzüge, Untergriff | 4 × 4 bis 6 | 2 bis 3 Min. |
| Negative Klimmzüge | 3 × 3 (5 Sekunden ab) | 2 Min. | |
| C: Kontrolle | Klimmzüge mit Pause oben (2 Sekunden) | 4 × 3 bis 4 | 2 bis 3 Min. |
| Dead Hang | 3 × 30 bis 40 Sekunden | 1 bis 2 Min. |
Die Steigerung: Schaffst du in einer Woche alle Sätze mit dem oberen Ende der Wiederholungen, kommt in der nächsten Woche eine Wiederholung pro Satz oder ein Satz dazu. Die Griffarten erklärt der Ratgeber Klimmzug-Griffarten.
Trainingsplan für Fortgeschrittene
Du schaffst zehn oder mehr saubere Klimmzüge. Viele Fortgeschrittene trainieren vier Mal pro Woche und wechseln zwischen schweren und leichten Einheiten. Die schwere Einheit nutzt Zusatzgewicht.
| Einheit | Übung | Sätze × Wiederholungen | Pause |
|---|---|---|---|
| 1: Schwer | Klimmzüge mit Zusatzgewicht | 5 × 3 bis 5 | 3 Min. |
| Australische Klimmzüge, Füße erhöht | 3 × 8 bis 10 | 1 bis 2 Min. | |
| 2: Volumen | Klimmzüge ohne Zusatzgewicht | 4 × 8 bis 12 | 2 bis 3 Min. |
| Hängendes Beinheben | 3 × 8 bis 10 | 1 bis 2 Min. | |
| 3: Variante | Klimmzüge Brust zur Stange | 4 × 4 bis 6 | 2 bis 3 Min. |
| Klimmzüge im Untergriff | 3 × 6 bis 8 | 2 Min. | |
| 4: Technik | Ringrudern | 4 × 8 bis 10 | 1 bis 2 Min. |
| Dead Hang, aktiv | 3 × 45 bis 60 Sekunden | 1 bis 2 Min. |
Am Ende steht oft der Wunsch nach schwereren Zielen wie dem Muscle-up. Die Voraussetzungen findest du im Ratgeber Muscle-up lernen.
Ab wann ist Zusatzgewicht sinnvoll?
Zusatzgewicht lohnt sich, wenn dein Körpergewicht allein keinen Reiz mehr setzt. Der ACSM nennt für Muskelaufbau Bereiche von etwa acht bis zwölf Wiederholungen. Schaffst du sauber mehr als zwölf Klimmzüge in einem Satz, liegst du darüber. Als Richtwert der Redaktion starten viele ab etwa zehn bis zwölf sauberen Klimmzügen mit kleinem Zusatzgewicht. Das ist keine wissenschaftliche Grenze. Entscheidend ist, dass die Technik auch mit Last stimmt.
Zwei Hilfsmittel stehen zur Wahl:
| Merkmal | Gewichtsweste | Dip-Gürtel |
|---|---|---|
| Lastverteilung | gleichmäßig am Oberkörper | an einer Kette zwischen den Beinen |
| Stufen | Sportneer: 16 Gewichtsbeutel, Gewicht 0,9 bis 19 kg laut Hersteller | Fitgriff: Kette 96 cm, Belastung bis 100 kg laut Hersteller |
| Gut für | kleine Stufen, Einsteiger mit Zusatzgewicht | große Lasten, Klimmzüge und Dips |
| Link | Gewichtswesten im Vergleich | Dip-Gürtel im Vergleich |
Steigere das Zusatzgewicht in kleinen Schritten. Der ACSM nennt für Laststeigerungen 2 bis 10 Prozent, sobald du bei zwei Einheiten in Folge ein bis zwei Wiederholungen mehr schaffst als geplant. Bei der Weste gibt dir ein Gewichtsbeutel von etwa 1,1 kg einen kleinen Schritt.
Wie wärmst du dich vor dem Training auf?
Zwei bis fünf Minuten genügen, wenn du sie gezielt nutzt. Das Aufwärmen bereitet Schultern, Ellbogen und Griff auf die Last vor.
- Schultern kreisen. Zehn kleine Kreise pro Seite, dann zehn große.
- Scapula Pulls. Hänge dich an die Stange und ziehe nur die Schulterblätter nach unten. Acht Wiederholungen ohne Beugen der Arme.
- Leichtes Rudern. Zehn Wiederholungen in einer leichten Variante, zum Beispiel mit angewinkelten Beinen.
- Ein bis zwei Aufwärmsätze. Mache sie mit etwa der Hälfte deiner Arbeitswiederholungen, bei schweren Einheiten mit leichtem Gewicht.
Welche Fehler bremsen den Fortschritt?
- Du zählst Wiederholungen, bei denen das Kinn die Stange nicht erreicht oder die Arme unten nicht gestreckt sind. Dann vergleichst du keine Fortschritte, sondern Ausführungen.
- Du trainierst jede Einheit bis zum Muskelversagen. Behalte meist ein bis zwei Wiederholungen in Reserve, sonst leidet die Qualität der nächsten Sätze.
- Du springst zu früh auf Zusatzgewicht, obwohl die Technik mit Körpergewicht noch wackelt.
- Du trainierst nur ziehen und vergisst Gegenspieler wie Liegestütze und Dips für Schultern und Brust.
- Du änderst jede Woche den Plan. Bleibe mindestens vier Wochen bei einer Struktur, bevor du sie veränderst.
Führe ein kurzes Trainingstagebuch. Notiere Datum, Übung, Wiederholungen und wie sich der letzte Satz angefühlt hat. Nach vier Wochen siehst du, ob die Steigerung funktioniert.
Wie viel Regeneration brauchst du?
Muskeln wachsen in den Pausen, nicht im Training. Plane zwischen zwei Zug-Einheiten mindestens einen freien Tag ein. Das ist eine Faustregel der Redaktion. Sie passt zu den zwei bis vier Einheiten pro Woche, die auch die Studienlage nahelegt.
- Schlafe regelmäßig ausreichend und iss genug Eiweiß und Energie.
- Lege alle vier bis sechs Wochen eine leichtere Woche ein, in der du das Volumen etwa halbierst. Das ist ein Erfahrungswert, kein Studienergebnis.
- Beachte Warnzeichen: Zieht es im Ellbogen oder in der Schulter, reduziere Volumen und Zusatzgewicht.
- Muskelkater ist normal. Wie du damit umgehst, zeigt der Magazinartikel Muskelkater nach Klimmzügen.
Wenn du die Klimmzüge in ein komplettes Programm einbetten willst, hilft dir der Calisthenics-Trainingsplan. Dort ist der Klimmzug eine von mehreren Übungen.
Häufige Fragen
Wie oft pro Woche sollte ich Klimmzüge trainieren?
Zwei bis vier Mal pro Woche sind für die meisten ein guter Rahmen. Einsteiger starten mit zwei bis drei Ganzkörper-Einheiten, wie es auch der Positionsstand des American College of Sports Medicine nennt. Lasse zwischen zwei Zug-Einheiten mindestens einen Tag Pause.
Kann ich jeden Tag Klimmzüge machen?
Das ist für die meisten nicht sinnvoll, weil Muskeln und Sehnen Zeit zur Erholung brauchen. Wer täglich bis zur Erschöpfung hängt, riskiert Überlastung an Ellbogen und Schultern. Mit kurzen, leichten Hänge-Einheiten an freien Tagen kannst du den Griff trotzdem trainieren.
Wie viele Sätze und Wiederholungen sind richtig?
Für Kraft und Muskelaufbau sind etwa drei bis fünf Sätze mit vier bis zwölf Wiederholungen üblich. Die Tabellen zeigen die Spannen je nach Level. Wichtig ist, dass jede Wiederholung sauber bleibt und du das Ziel kontinuierlich steigerst.
Ab wann brauche ich Zusatzgewicht?
Als Richtwert der Redaktion ab etwa zehn bis zwölf sauberen Klimmzügen am Stück. Dann setzt dein Körpergewicht allein kaum noch einen starken Reiz. Starte mit kleinen Stufen und steigere erst, wenn die Technik auch mit Last stimmt.
Weste oder Dip-Gürtel, was ist besser?
Die Weste verteilt das Gewicht gleichmäßig und eignet sich für kleine Stufen. Der Gürtel erlaubt größere Lasten und hängt zwischen den Beinen. Beide haben ihre Stärken, die Wahl hängt vom Ziel und vom Tragekomfort ab.
Was mache ich, wenn ich nicht mehr vorankomme?
Prüfe zuerst Schlaf, Ernährung und Pausen. Wechsle dann die Reize: andere Griffart, Pausen oben, negative Klimmzüge oder eine leichtere Woche. Bleibt der Fortschritt aus, hilft oft mehr Rudern als zusätzliche Klimmzug-Sätze.
Quellen
- American College of Sports Medicine (2009): Progression models in resistance training for healthy adults. Medicine and Science in Sports and Exercise
- Schoenfeld BJ et al. (2016): Effects of resistance training frequency on measures of muscle hypertrophy. Sports Medicine
- Weltgesundheitsorganisation: WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour
- Sportneer: Verstellbare Gewichtsweste (Herstellerangaben im Angebot)*
- Fitgriff: Dip-Gürtel mit Kette (Herstellerangaben im Angebot)*
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